The National – Mr. November.


Dank solcher Videos wünschte ich, ich könnte singen. Es muss ein atemberaubendes Gefühl sein, sich total der Musik hinzugeben, die Menge zum Toben zu bringen, alles aus sich rauszubrüllen, wenn einem danach ist. So irre, wie extatisch er am Schluss ist. Schreiben ist auch gut – aber: Schreiben ist leise und einsam. (Random Fact: Wusste ihr, dass das Glastonbury in diesem Jahr leider entfallen muss, weil es zu wenig Dixi-Klos gibt? True story.)

Fazit Projekt 2011.

In day lights, in sunsets,
in midnights, in cups of coffee?
In inches, in miles,in laughter, in strife?
In 525.600 minutes?
How do you measure a year in the life?

Das Mädchen, das mir aus dem Spiegel entgegenlächelt, hat acht Kilo abgenommen und längere Haare. Rotbraune Haare. Es lächelt und wirkt ein wenig erschöpft, ein wenig auf dem Sprung, aber: Glücklich. Sehr. Das Mädchen, das mir aus dem Spiegel entgegenlächelt, das bin ich. Das Mädchen, das mir entgegenlächelt, ist in vielerlei Hinsicht kein Mädchen mehr, war es vielleicht nie. Was 2011 aus mir gemacht hat, das kann man aber nur erklären, wenn man über das Sichtbare hinausgeht.

2011 hat mich ein bisschen mehr Ich werden lassen. Ich habe meinen Weg gefunden, meinen ganz eigenen, und nicht den, auf den mich Menschen drängen wollten, ihren eigenen Weg, den des geringsten Widerstandes, den in eine Sackgasse oder schier den, von dem sie überzeugt waren, er würde schon zu mir passen. Dass ich heute als der Mensch hier sitze, der ich bin, basiert wenn man so viel auf einer Vielzahl von Zufällen. Hätten mich die Ereignisse in Fukushima, so klischeehaft das auch klingt, nicht endgültig davon überzeugt, dass es unabdingbar ist, für eine bessere, grünere Welt zu streiten, wäre ich niemals der Grünen Jugend beigetreten. Wäre ich nicht der grünen Jugend beigetreten, wäre ich niemals Veganerin geworden und wäre nicht zu grünen Veranstaltungen und Demonstrationen gefahren. Hätte ich das nicht getan, dann hätte ich so viele wunderbare Menschen nicht kennen gelernt, denen ich Asyl auf meiner Couch gewähre, mit denen ich die Küche verwüste und mit denen ich ganze Nächte durchtelefoniere. Vermutlich hat mit 2011 mal wieder an den Punkt gebracht, an dem ich mich mit mir selbst streiten muss, ob ich an Schicksal glauben will oder nicht. Wenn ihr erlaubt, dann lasse ich diese Frage einfach noch eine Weile offen.

Als ich eben meine „Projekt 2011″-Liste betrachtet habe, bin ich zu einer überraschenden Erkenntnis gekommen: An der Hälfte der Dinge bin ich gescheitert. Noch überraschender aber: Das ist absolut kein Weltuntergang. Ich habe keinen Schal gestrickt, bin nicht regelmäßig zum Sport gegangen und (m)ein Buch habe ich auch nicht geschrieben. Dafür habe ich viele andere Dinge getan, einige davon standen sogar auf der Liste – und ich habe sie intensiver erlebt, als ich zu Beginn des Jahres für möglich gehalten hätte. Besonders der Punkt „Jeden Monat etwas Neues ausprobieren“ hat mein Jahr bestimmt. Ich habe mich Monat für Monat in so viele erste Male gestürzt, dass ich schon völlig den Überblick verloren habe, welche Erfahrung wann auf mich eingeprasselt ist. Ich habe mich zum ersten Mal mit Menschen aus „diesem Internet“ getroffen, ich war demonstrieren, ich habe Yoga ausprobiert, Blut gespendet, mich für die Deutsche Knochenmarkspender Datei typisieren lassen, meine Ernährung mehrfach umgestellt, acht Kilo abgenommen, ich bin mit dem Auto quer durch NRW gefahren, habe Urlaube geplant und Freundschaften geschlossen, so viele, die ich mir heute kaum mehr aus meinem Leben wegdenken kann. Menschen, die anrufen, wenn es mir nicht so gut geht oder wenn sie mir erzählen wollen, dass auf irgendeinem Fernsehsender eine Doku läuft, die mich brennend interessieren könnte. Die ihr Leben mit mir teilen, die mich zu sich nach Hause einladen, mit mir Serien schauen oder kochen, die mich zum Lachen bringen und in den schwierigeren Momenten ein Taschentuch und eine Schulter, ein offenes Ohr und immer die richtigen Worte parat halten. Ich habe auf ein politisches Amt kandidiert, vor mehr als 100 Leuten an einem Mikro gesprochen und bin gewählt worden. Ich werde in den ersten beiden Monaten des kommenden Jahres in Italien, Polen und Belgien sein – und das ist so abgefahren wie surreal. Ich werde in Italien meinen Geburtstag, Silvester und die ersten beiden Tages des Jahres verbringen, in Polen das Konzentrationslager Auschwitz besuchen und in Belgien drei Tage im Europaparlament verbringen, weil meine Bewerbung für das Frauenförderprogramm von Bündnis90/Die Grünen angenommen wurde. Das Jahr hat noch nicht einmal begonnen und in meinem Kalender stehen bereits so viele Dinge, auf die ich mich freuen kann und die es sich herbeizusehnen lohnt.

Hätte mir vor einem Jahr jemand erzählt, was für ein grandioses, aufregendes und temporeiches Jahr vor mir liegen würde, hätte ich vermutlich milde lächelnd abgewunken. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mich dieses Jungsein irgendwann einholen und Geiselnehmen würde. Ich hätte nicht gedacht, dass ich erst 18 werden müsste, um all das zu erleben, wovon rastlose junge Autoren der Gegenwartsliteratur schreiben. Ich hatte gedacht, das alles, diese ganze Achterbahnfahrt, die das Leben bereithalten kann, wenn wir uns nur trauen, ohne Netz und doppelten Boden in Blümchenkleid und mit Chucks durch die Weltgeschichte zu straucheln, für mich einfach nicht serienmäßig mitgeliefert worden sei. So kann man sich also täuschen. Nächstes Jahr setze ich noch einen drauf: Ich löse den Anschnallgurt und strecke die Arme zum Himmel.

2012 werde ich Abitur machen, durch die Weltgeschichte reisen, neue Freundschaften schließen und alte vertiefen, aus- und umziehen, mein Studium aufnehmen und mir hoffentlich viele meiner 101 Wünsche erfüllen. (Ich sammele immer noch viele, viele Dinge, die ich in den nächsten 1001 Tagen erleben und erledigen möchte. Wenn sich jemand diesem neuen Projekt anschließen möchte: Nur zu!) Ich möchte ein Jahr erleben, das es eines Tages wert sein wird, erinnert zu werden. Ich möchte Schuhe auf Festivals kaputttanzen, Momente mit meiner Kamera einfangen, Dekokram bei Ikea kaufen und von A nach B rücken wie Tine Wittler, mir in einer winzigen WG-Küche Nächte um die Ohren schlagen, in meinem Studium aufgehen, viele Erfahrungen sammeln, aktiv und engagiert sein. Ich möchte alles – und vielleicht noch ein bisschen mehr.

(Bilder via marrren.)

Auf Reisen.

Mailand, 29. Dezember 2011 – 02. Januar 2012.

„For my part, I travel not to go anywhere, but to go. I travel for travel’s sake. The great affair is to move.“ – Robert Louis Stevenson

(Bild via Klearchos Kapoutsis.)

Tischbeine entstauben.

Ich weiß sogar schon, in welcher Schublade bei euch das Besteck liegt und an welchen Orten dein Vater seine Schlüssel verlegt. Ich kenne souverän die Namen entfernterer Verwandte und manchmal sogar die ihrer Haustiere. Donnerstags wird bei euch immer geputzt und der rosafarbene Lappen gehört mir, weil niemand von euch daran denkt, die Tischbeine zu entstauben. Manchmal glaube ich, deine Schwester mag mich nicht, gemessen an dem Blick, mit dem sie mich bedenkt, wenn sie glaubt, ich würde nicht bemerken, dass sie mich ansieht. So, als wäre ich deiner nicht würdig. Ich dachte immer, für sowas gäbe es Schwiegermütter, doch deine Mutter ist grandios. Sie gehört zu den wenigen Menschen, in deren Umarmungen ich mich nicht unwohl fühle und sieht mir meine sozialunverträglichen Momente nach. Dein Vater spricht nicht viel, aber ich habe gelernt seine Mimik zu lesen und wenn er doch mal spricht, dann mit einem sehr subtilen Humor. Den Humor hast du von ihm, das Laute und Offene von deiner Mutter. Du bist die perfekte Mischung und deine Schwester, die wirkt neben dir wie adoptiert. Ich verbringe nicht nur gerne Zeit mit dir, sondern auch mit deiner Familie – Filmeabende, gemeinsames Kochen, Spieleabende, sonntägliche Wanderungen in irgendwelchen Gebirgen. Ihr macht all diese Dinge, die ich mir als Kind unter dem Begriff „Familienidylle“ ausgemalt haben. Wenn wir daheim versucht haben, diese Idylle nachzustellen, dann war es nicht mehr als das: Ein Schaubild, eine Fassade, eine Kulisse, in der man uns ausgesetzt hatte, ohne uns Regieanweisungen mitzuliefern. Wir standen in unserer Spieleabendkulisse und niemand wusste, was man in einer Spieleabendkulisse tat und sagte. Bei euch war alles natürlich und unbeschwert, ihr liebtet euch auch für oder vielleicht sogar gerade wegen eurer Fehler. Bei uns war alles Impro und nie Comedy und ob wir uns wirklich geliebt haben, das ist eine ganz andere Geschichte.

Wie ist das möglich, dass deine Familie mir innerhalb von acht Wochen mehr zu einer Familie geworden ist, als es mir meine eigene seit langer Zeit war? Und was ist, wenn irgendwann der Tag kommt, an dem ich weder deine Familie noch ich mehr mein eigen nennen kann?

(Bild via marrren.)

Wie lange dauert eigentlich so eine Pause?

Bild
Seitdem du weg bist, ist dein Name überall. Buchcharaktere heißen wie du, Telekommitarbeiter und Postboten, einmal sogar ein Landtagsabgeordneter, der im Fernsehen von einem Journalisten, der zum Glück nicht wie du hieß, interviewt wurde. Ich glaube, es ging um Agrarsubventionen und als wäre das nicht schon schlimm genug, trug der Politiker, der deinen Namen gestohlen hatte, einen Schnurrbart und eine Fliege. Am Bahnhof glaube ich manchmal plötzlich deine Stimme zu hören und jeder dunkelhaarige Mann mit schwarzer Jacke lässt mich erstmal die Luft anhalten, bis ich eindeutig vor Augen geführt bekomme, dass du es nicht bist. Schon wieder. Ein paar deiner Sachen liegen noch in meiner Wohnung, als wärst du gestern noch da gewesen: Die ‘Herr der Ringe’-DVD, die du mich zu sehen genötigst hast und nach der ich mich dir nicht zu sagen traute, dass ich das ganze irgendwie nicht so recht in mein Herz schließen konnte. Dein Kapuzenpullover mit dem komischen Zeichentrickpinguin drauf, den ich in den Tagen nach dem Eklat heulend getragen habe, um dich auszutricksen und dir trotz allem nahe zu sein. Dein Straßenatlas, ein Beleg deines Technikboykotts – warum sollte man ein Navi kaufen, wenn man einen raschelnden Straßenatlas im Schoß liegen haben kann, mit dem man aufregende Umwege fährt? Dass er noch hier herumliegt, mit einem Eselsohr oben an der Italienseite, zeigt, dass du immerhin noch nicht das Land verlassen hast, um die größtmögliche Distanz zwischen uns herzustellen – außer, du hast eine neue Karte. Eine, die nicht meine Kaffeeflecken trägt und die nie in meinem Schoß lag. Irgendwo habe ich gestern sogar eine Packung deiner Lieblingsschokolade gesehen, dass du die bisher noch nicht vermisst und abgeholt hast, zeigt mir, wie ernst dir das hier alles ist. Wenn du nicht einmal für Schokolade fünf Minuten meine Anwesenheit erträgst, dann steht es vielleicht noch schlimmer um uns, als ich dachte.
Sag, wie lange dauert eigentlich so eine Pause? Und warum will einer sie immer mehr als der andere?
(Bild via keepitsurreal.)

Sogar der Hund weiß, dass ich lüge.

Der Tannenbaum ist seltsam schief in diesem Jahr. Mit unseren enttäuschten Hoffnungen und unseren unerreichten Zielen neigt sich auch die Weihnachtstanne mit jedem Jahr ein Stück mehr gen Erdboden. Vielleicht weiß der arme Baum auch einfach nur, dass er gepflanzt wurde, um gefällt zu werden und auf unserem Kompost, zwischen Kartoffelschalen und illegal dort entsorgten Wurstresten, zu verrotten?

Nachdem im letzten Jahr die unwesentlich weniger schiefe Tanne gebrannt hatte und Opa zu viele Naziwitze gerissen hatte, feierten wir in diesem Jahr alleine, nur zu dritt, „im kleinen Kreise“, wie man behandschuhten Freunden im Supermarktgang zwischen Bronchialtee und Kaffeefiltern erzählte. Für mich war der Kreis zu klein, ich fühlte mich eingesperrt wie ein Zirkustier und bereits als ich mein Geschenk in den Händen hielt, da wusste ich, ich hatte einen kollosalen Fehler begangen. Das TUI-Emblem auf dünnen Umschlag war unheilverkündend.

Reisen, das ist doch nur noch was für Pauschaltouristen, für Menschen, die zwölfeinhalb Jahre auf einen Trabbi gewartet haben, ohne zu hinterfragen. Für Menschen wie Peter und Cladia, die da auf der Couch sitzen, mir seltsam fremd, und sich lächelnd darauf freuen, dass ich mich über etwas freue, das keinen Grund zur Freude bietet.

- 2 Wochen Mallorca, all-inclusiv -

Reisen, das solltest du sein, ein trollgroßer Rucksack und drei Unterhosen. Mehr Bücher als Unterhosen, das ist wichtig. Vor Neapel kein Geld mehr, unter Sternenhimmel schlafen, ein Sandwich mit einem Obdachlosen teilen. Warum sind Obdachlose in Geschichten eigentlich immer männlich? Ich wollte mir nachts schlaflos in Schlafsäcken in alten VW-Bussen den Arsch abfrieren und vielleicht mal von einer Klippe springen. Nein, auf jeden Fall von einer Klippe springen. Claudia und Peter hätten das vermutlich als suizidale Neigung verbucht, aber das einzige, was sich hier umgebracht hatte, das waren ihre Seelen. Ihre Hüllen rochen bereits ganz moderig, dabei waren sie noch zu jung für Mottenkugeln, jedenfalls auf dem Papier. Sie sind Menschen, die die Mikrowelle abschalten, als gälte es eine Bombe zu entschärfen und immer einen Regenschirm im Handschuhfach liegen haben. Ob da wohl mal Kondome lagen, als sie jung waren? Halt – ob sie überhaupt je jung waren?

Ich habe das Michfreuen vor dem Spiegel geübt, in welchem Winkel der Mund stehen muss, damit es echt wirkt. In die Augen schauen wir uns schon lange nicht mehr. Ich möchte schreien, ich möchte nach den Umtauschbedingungen fragen, ich möchte mit dem Flugzeug abstürzen. Stattdessen sage ich: „Das ist ja eine nette Idee.“ Bei ‘nett’ beginnt mein linkes Augenlid nervös zu zucken. Sogar der Hund weiß, dass ich lüge, aber Peter und Claudia sind zu sehr mit Idyllespielen beschäftigt, als dass sie merken würden, dass sich das Drehbuch geändert hat. Ich sitze auf der maroden Couch und warte auf die nächste Regieanweisung, auf irgendeine, doch ich bekomme keine. Stattdessen betäube ich die widerstreitenden Stimmen in meinem Kopf mit Punsch, bis sie nur noch dazu in der Lage sind, sich mit ‘White Christmas’ und ‘Last Christmas’ zu übertönen. Ich bin für gar keine Christmas, aber die Stimmen haben mich noch nie gefragt.

Irgendwann schlafe ich betrunken im Ohrensessel ein, sabbere mir auf mein schickstes Kleid und lasse dabei das Punschglasfallen, das eine kleberige Pfütze auf dem Teppich hinterlässt, die der Hund aufzulecken versucht.

Noch 365 Tage bis Weihnachten.

(Bild via on a meadow, lea.)

Into the Wild.

Von den Filmen, die ich bisher gesehen habe, sind mir vielleicht eine handvoll bleibend in Erinnerung geblieben – weil sie mich inspiriert haben, mit auf eine Reise genommen haben, etwas in mir auslösten. ‘Into the Wild’ ist einer von ihnen, wenn nicht vielleicht sogar der, der am Stärksten in meinen Gedanken nachwirkt.

Letzt Woche sah ich ‘Into the Wild’ mit einem Freund – und heute werde ich ihn wiederum einer Freundin zeigen. Meiner Ansicht nach ist das sehr bezeichnend für das, was der Film in einem auslöst: Dass man ihn anderen Menschen zuteil werden lassen will. Jeder Mensch, den man gern hat und den Film vermutlich auch zu schätzen weiß, soll ihn gesehen haben – dringend! ‘Into the Wild’ ist kein Film, den man unkommentiert stehen lassen kann, man muss über ihn sprechen, über das Gesehene diskutieren und ganz für sich über ihn nachsinnen. Es ist gerade einmal eine Woche her, dass ich das Leben und Sterben des Chris McCandless begleiten durfte und dennoch kann ich mir kaum vorstellen, dieses inspirierende und bereichernde Werk nicht in meinem Erinnerungsschatz zu haben. In den Tagen nach dem Film habe ich das Buch gelesen, in dem der Lebensweg McCandless’ vom Journalisten Jon Krakauer nachvollzogen wird.

Für alle, die bisher noch nicht mit Christopher McCandless – oder, wie er sich später nennt, Alexander Supertramp – in Berührung gekommen sind, die Kurzzusammenfassung des Buches (im Deutschen unter dem Titel „In die Wildnis“ erschienen):
Im August 1992 wurde die Leiche von Chris McCandless im Eis von Alaska gefunden. Wer war dieser junge Mann, und was hatte ihn in die gottverlassene Wildnis getrieben? Jon Krakauer hat sein Leben erforscht, seine Reise in den Tod rekonstruiert und ein traurig-schönes Buch geschrieben über die Sehnsucht, die diesen Mann veranlasste, sämtliche Besitztümer und Errungenschaften der Zivilisation hinter sich zu lassen, um tief in die wilde und einsame Schönheit der Natur einzutauchen. – Verfilmt von Sean Penn mit Emile Hirsch.
Es ist unglaublich spannend zu lesen, wie Krakauer die letzten Monate McCandless’ so gut wie eben möglich nachvollzogen hat, mit Menschen gesprochen hat, denen Chris auf seiner Reise in die Wildnis begegnet ist, versucht hat, seine Persönlichkeit zu ergründen. Neben der Rekonstruktion seiner letzten Monate hat sich Krakauer auch mit Chris’ Familiengeschichte auseinandergesetzt, das Schicksal anderer junger Männer, die sich genau wie Chris von Alaska angelockt fühlten, beleuchtet und zudem jedem Kapitel Zitate aus Büchern vorangestellt, die bei McCandless Leiche gefunden wurde. Die meisten zitierten Stellen hatte Chris in seinen Büchern angestrichen – weil sie ihn inspirierten, er sich mit ihnen identifizieren konnte. Ich persönlich fühlte mich durch diese Zitate unglaublich inspiriert – inspiriert, einige der zitierten Bücher ebenfalls zu lesen. (Ich denke, ich werde mit Tolstois ‘Familienglück’ loslegen. Aber auch ‘Walden’ von Thoreau habe ich bereits hier liegen.)

Besonders vermag „Into the Wild“ aber eines mit einem anzustellen: Es weckt eine unbändige Reiselust, die Sehnsucht danach, ein paar Dinge in den Trekkingrucksack zu werfen, fünf gute Bücher auf einem Flohmarkt zu kaufen und mit zehn Euro einfach da raus zu marschieren. Seitdem ich mit „Into the Wild“ in Berührung kam, plane ich noch begeisterter Reisen und Touren für das kommende Jahr. Ich will einfach nur noch da raus und Abenteuer erleben – auch wenn meine nicht nach Alaska führen werden. Und hoffentlich auch nicht in den Tod.

Ich könnte mich noch stundenlang inhaltlich über „Into the Wild“ und das Leben und Sterben des Chris McCandless auslassen, aber ich werde es nicht tun. Weil ich will, dass ihr euch den Film anschaut und das Buch lest. (Egal in welcher Reihenfolge. Es ist absolut kein Problem, zuerst den Film anzuschauen, so wie ich es tat.) Der Film bezaubert besonders durch seine atemberaubenden Bilder, seine dialogarme Poientiertheit. Dem gegenüber steht das Buch Krakauers, das sich sachlich und mindestens genauso mitreißend mit der Person McCandless auseinandersetzt. Das Gesamtpakekt – Buch und Film – ist absolut empfehlenswert, inspirierend und bewegend! Lesen, gernhaben, weiterempfehlen!

R.I.P. Chris McCandless.

Da ist die Straße. Und da bist du.

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und besonders in den vergangenen Wochen hat es 2011 gut mit mir gemeint, sehr gut. Ich habe so viel erlebt, so viel geschaffen und aufgebaut, so viele Schritte vor gemacht und nur ganz wenige zurück, kleine, aber nötige, dass ich mir in der nächsten Woche einen ganzen Tag freihalten werde, um meinem Tagebuch zu erzählen, wie es mir ergangen ist, mit 2011. Und dem Leben. Noch ist es nicht an der Zeit, Rückblick auf mein „Projekt 2011″ zu halten, jedenfalls nicht den finalen Rückblick. Ich habe das Gefühl: Da geht noch was. Vor allem, weil ich die letzten Tage des Jahres in der Ferne verbringen werde, mit Freundinnen in Mailand. Ich freue mich und ich bin aufgeregt, aber ich plane bereits weitere Reisen, Reisen für das Jahr 2012 – andere Reisen. Mit dem Auto und wenig Geld durch die ehemalige DDR. Nach Berlin. Vielleicht in den Norden. Ans Meer, wann immer es die Zeit zulässt. Ich bin im Moment von einem drängenden Fernweh ergriffen, das mir ins Ohr flüstert: ‘Pack deinen Rucksack und nichts wie raus mit dir.’ Mal sehen, ob ich dieses Flüstern im nächsten Jahr zur Ruhe bringen kann.

Wofür es aber bereits an der Zeit ist – zu sagen: Tut das auch! Wenn ihr spontan seid, schon heute, ansonsten: Am 1. Januar 2012. Auch ich werde mich im Januar wieder auf eine Reise begeben. Auf eine ähnliche, wie im zurückliegenden Jahr, aber, um die Schwierigkeit und die Spannung zu erhöhen, habe ich ein ganz neues Konzept ausgesucht, auf das ich durch eine Freundin stieß. Ich werde darüber in den nächsten Tagen nochmal berichten.
Begebt euch 2012 mit mir auf eine Reise. Nicht auf meine, sondern auf eure ganz eigene. Setzt euch Ziele, und seien sie auch noch so klein, strebt nach ihnen. Natürlich: Ihr werdet an manchen Dingen scheitern, aber auch dieses Scheitern wird euch weiterbringen. Ich bin 2011 auch an Dingen gescheitert, aber dieses Scheitern hat mir stets neue Türen geöffnet. Türen, durch die ich gerne gegangen bin, auch wenn das so nie geplant gewesen war. Auch wenn ich manchmal auf den ersten Blick gedacht habe: ‘Hey, das ist doch gar nicht meine Tür! Was soll das?!’ Aber hinter diesen Türen warteten Menschen und Erlebnisse, Erfahrungen und Verheißungen auf mich, die mich umgehend vergessen ließen, dass der Weg eigentlich ein anderer hätte sein sollen. Es war immer jemand da, der mir die Tür aufhielt und mir auf die andere Seite half, wenn ich das Gefühl hatte, es aus eigener Kraft nicht über die Türschwelle zu schaffen.

Ich habe in den letzten Monaten so viel Neues, so viel Bereicherndes ausprobiert, so viele Menschen kennen gelernt, ich habe so viel gelacht und zu wenig geschlafen und selbst das war es wert, obwohl ich früher immer sagte, mein Schlaf sei mir heilig. 2011 hat mein Leben eigentlich erst begonnen. All das, was vorher war, war nicht schlecht, aber anders. Weniger lebendig, weniger bunt, weniger laut, weniger erinnerungswürdig. Meine Vorfreude auf 2012 ist unbändig und atemlos – ich kann es kaum noch erwarten, dass das Jahr, in dem ich Abitur machen werde, in dem ich viel Reisen und noch mehr neue Menschen kennen lernen werde, in dem mein Studium und meine völlige Autonomie beginnt, endlich beginnt. Am 1. Januar 2012 werde ich in einem fremden Land mit Freundinnen, die vor einer gar nicht allzu langen Weile noch Fremde für mich waren, ein neues Jahr begrüßen. Das Jahr, auf das alle meine Durchhalteparolen abzielten; 2012 kannst du hier endlich weg. 2012 hast du Abitur, kannst studieren gehen, kannst neue Erfahrungen sammeln. Nur noch ein paar Jahre dann ist 2012. Und jetzt, tja, jetzt, da liegt 2012 nur noch einen Katzensprung von mir entfernt. Einen, den ich gerne, mit geöffneten Augen und einem Lächeln tue. Was jetzt kommt, das kann nur noch gut werden.

(Bild via Great Beyond.)

For What It’s Worth.



Hey baby come round
Keep holding me down
And I’ll be keeping you up tonight.
The four letter word got stuck in my head
The dirtiest word that I’ve ever said
It’s making me feel alright.
For what it’s worth, I love you
And what is worse, I really do
For what it’s worth, I’m gonna run run run
‘Til the sweetness gets to you
And what is worse I love you!

Hey please baby come back
There’ll be no more loving attack
And I’ll be keeping it cool tonight.
The four letter word is out of my head
Come on around, get back in my bed
Keep making me feel alright.
For what it’s worth, I like you
And what is worse, I really do
Things have been worse
And we had fun fun fun
‘Til I said I love you
And what is worse, I really do!

For what it’s worth, I love you
And what is worse, I really do

For what it’s worth, I love you
And what is worse, I really do

For what it’s worth, I love you
And what is worse, I really do

Eine Postkarte aus Peru.

Du wollest keine Kinder, das hast du mir irgendwann mal, in einer weinschwangeren Nacht, anvertraut, da kannten wir uns gerade mal drei Wochen und wäre ich nicht betrunken gewesen, dann hätte ich diese Äußerung vermutlich als unangebracht empfunden. Du wollest keine Kinder, weil das mit der Welt nicht besser würde und man für Kinder Hoffnung brauche. Und ob ich noch eine Flasche Wein habe, das fragtest du auch.

Ich weiß noch, dass ich gedacht habe: Wow, da haben die Eltern aber einiges versemmelt. Vielleicht, weil ich nicht mit dem Gedanken aufgewachsen war, mir könne einiges Tages eine Frau gegenübersitzen, die sagen würde, und das auch noch so deutlich wie du: Nein, danke, für mich keine Kinder. In meiner Familie bekamen die Frauen viele Kinder, die wiederum viele Kinder bekamen. Ich kann mich an niemanden erinnern, der weniger als drei Kinder bekam. Familienfeste waren laut und chaotisch und manchmal erkannte man seine eigenen Cousinen nicht, jungen Frauen, denen man auf der Straße wohlmöglich hinterhergeschaut hätte. Deine Familie war klein und kaputt, zerstritten und in den Grundfesten erschüttert. Vielleicht war das der Grund und nicht der Zustand der Welt – der Zustand deiner Welt. Aber vielleicht war es an mir, einen Denkfehler anzuerkennen: Den, dass Frauen nicht leben konnten, ohne den Namen für ihre ersten Kinder zurecht zu legen. Hätte ich dich nach sowas gefragt, hättest du nur gelacht und gesagt: ‘Mein Auto heißt Horst.’ Du warst nicht der Typ Frau, der Schnürsenkel zuband und Butterbrote schmiertest, der Trostpflaster parat hielt und in fremde Kinderwagen schielte. Du konntest ja manchmal kaum auf dich selbst Acht geben.

„Für Kinder braucht man Hoffnung“, das hallte mehrfach in meinem Kopf wider, auch noch, als die zweite Flasche Wein unlängst geleert und du auf meinem Teppich eingeschlafen warst. Was ich dir an diesem Abend nicht gesagt habe: Dass ich irgendwann ein Kind haben würde, weil Kinder Hoffnung gaben. Ich habe dich an diesem Abend mit dem Wissen zugedeckt, dass das mit uns sehr wahrscheinlich nicht funktionieren würde; vier Jahre später sollte ich dir ein Foto meiner Tochter schicken und du mir eine Postkarte aus Peru.

(Bild via shoothead.)

Nordlicht – Mörder ohne Reue.


Nordlicht – Mörder ohne Reue
DVD-Set erscheint am 18. November 2011
6 Folgen auf 6 DVDs

Inhalt: Einen Serienmörder zu fangen, stellt eine besondere Herausforderung dar. Denn man muss die dunklen Seiten des Killers verstehen und sich in seine abgründigsten Fantasien und Sehnsüchte einfühlen, um ihm auf die Schliche kommen zu können. Dabei kann jeder falsche Schritt ein weiteres Leben kosten.
Die selbstbewusste Kommissarin Kathrine Ries Jensen und der nachdenkliche Profiler Thomas Schaeffer sind ein unschlagbares Team. Sie lösen Fälle um Serientäter, kämpfen um das Überleben ihrer eigenen Familien und stellen sich den Dämonen ihrer Vergangenheit und Herkunft. Sie müssen entscheiden, wo die Linie zwischen Gut und Böse verläuft und sich während ihren Ermittlungen jederzeit ihrer Verantwortung stellen – auch wenn es bis an die Grenze dessen geht, was man verantworten kann.

Meinung: Vorab sei angemerkt, dass mir zur Beurteilung des vorliegenden DVD-Sets nur die erste Folge von „Nordlicht – Mörder ohne Reue“ vorliegt und ich mir somit herausnehmen muss, anhand einer Folge über eine erste Staffel zu urteilen, die aus insgesamt 6 Folgen besteht.

„Machtspiele“, so der Titel der Pilotfolge, nimmt uns mit nach Dänemark, wo die Ermittlerin Katrine Ries Jensen (gespielt von Laura Bach) gerade … Schon in der ersten Einstellung wird dem Zuschauer bewusst, dass Jensen kein Weibchen ist: Wir sehen sie beim Boxen, gegen einen männlichen Kollegen, gegen den sie alles andere als unterlegen wirkt. Jensen ist eine starke, toughe und eher zurückhaltende Frau, die noch in ihren Job hineinwächst, zunehmend mehr Verantwortung übertragen bekommt – im Piloten bekommt sie ihren ersten Mordfall anvertraut. Eigentlich müsste Jensen damit genau eine Heldin nach meinem Geschmack sein: Feministisch, unangepasst, ein bisschen kaputt, eher der uneitle Typ. Vermutlich wäre sie das auch, würde Jensen nicht wie einer Schablone entsprungen wirken, so, als hätte man beim Brainstorming jedes erdenkliche Klischee zur ‘toughen Bullin’ aufgelistet und darauf Katrine Ries Jensen zusammengepuzzlet.

Die Pilotfolge konnte mich auch ansonsten nicht wirklich überzeugen: Zu überzeichnet, zu uninspiriert, die Dialoge platt. Auch das Schauspiel wirkt unsicher, teils aufgesetzt, nicht harmonisch. Der Plot strotzt vor Klischees, will zu viel – komplexe Charaktere, starke Geschichten, überwältigende Action. Erwähnenswert ist obendrein, wie übereilt die erste Folge erzählt wird: Innerhalb von vier Minuten sehen wir Jensen boxen, verfolgen mit, wie sie den Mordfall anvertraut bekommt, zum Fundort fährt, die Leiche begutachtet, mit einem Kollegen zu einem Wohnwagen fährt, es kommt zu einem Schusswechsel – und vom Fall abgezogen wird sie auch noch gleich. Natürlich: Temporeiche Geschichten faszinieren und fesseln, aber in diesem Fall rutscht die gesamte Handlung ins Unrealistische ab, wirkt gehetzt und unsouverän. In der Serienwelt ist weniger eben meistens doch mehr, so abgedroschen das auch klingen mag. Man stößt sich als Zuschauer so sehr an den oben angeführten Kritikpunkten, dass der Fall, den „Machtspiele“ zu erzählen versucht, mehr oder weniger in den Hintergrund tritt.

Eher als Totalausfall ist auch Synchronisation zu werten, die ähnlich hölzern klingt wie die Synchronisation englischer Spätabendkrimis. Die Synchronisation passt nicht zu den Mundbewegungen, wirkt zu dominant im Vergleich zu den Hintergrundgeräuschen, manche Synchronstimmen kennt man schon aus so vielen Produktionen, dass sie nur noch wenig authentisch wirken. Vielleicht liegt es auch an der Synchronisation, dass man sich mit den Charakteren nicht wirklich anfreunden kann, dass ihr Spiel nicht glaubwürdig wirkt.

Mir fehlt der Vergleich zu anderen dänischen Produktionen, aber „Nordlicht“ ist in meinen Augen kein Meisterstück des Kriminalgenres. Wenn man an einem langweiligen Samstagabend nichts besseres mit sich anzufangen weiß, dann kann man sich gewiss auf der Couch zusammenrollen und hängenbleiben – dass die Quoten aber weit hinter den Erwartungen zurückblieben, vermag nicht wirklich zu verwundern; selbst an langweiligen Abenden haben vielleicht nicht alle Fernsehzuschauer Lust, sich von „Nordlicht“ noch mehr langweilen zu lassen…

Erste Eindrücke zu … „Once Upon A Time“.

Eigentlich hatte ich geplant, diverse neue Pilotepisoden aller sich irgendwie interessant anhörender neuer amerikanischer Serien anzuschauen und zu bewerten – doch dann kam mir das Leben dazwischen und mein Zeitkontingent reichte prinzipiell. Ich habe einige Piloten gesehen, wirklich überzeugt hat mich aber, nach Switched at Birth, nur der Pilot zu Once Upon A Time.

(Bild via Vstate.)

‘Once upon a time there was an enchanted forest filled with all the classic character we know. Or think we know. One Day they found themselves trapped in a place where all their happy endings were stolen. Our world. This is how it happened…’

So beginnt das Abenteuer, auf das uns „Once Upon A Time“ mitzunehmen verspricht. Ein Abenteuer, das bereits viele begeisterte Zuschauer mitverfolgen, glaubt man ersten Stimmungstest – und Quoten, die für sich sprechen. Allein den Piloten verfolgten 12,8 Millionen Zuschauer. Mit „Once Upon A Time“ könnte ABC ein Hit gelingen, zumal die langjährigen Lost-Autoren Adam Horowitz und Edward Kitsis mit im Boot sitzen und der Cast um Jennifer Morrison, Ginnifer Goodwin und Kristin Bauer vielversprechend und extravagant ist.

„Once Upon A Time “ erzählt eine Geschichte, wie sie im Fernsehen bisher noch nicht dagewesen ist: Eine Geschichte, die auf den Märchen basiert, mit denen wir aufgewachsen sind, die jeder von uns kennt und viel häufiger lesen sollte. Mir ist es wichtig, in meiner Bewertung nicht zu viel von der Handlung vorwegzunehmen, da „Once Upon A Time“ vor allem auch durch Überraschungsmomente zu dem Erlebnis wird, das es für mich geworden ist: Eine Reise in eine Fantasiewelt, die fasziniert und begeistert, mitreißt und verzaubert. „Once Upon A Time“ verfolgt zwei Handlungsstränge: Einen in der Gegenwart, der scheinbar die Realität abbildet, und einen in der Vergangenheit, der uns in die Märchenwelt eintauchen lässt. Dass es zwischen der Gegenwart und der Märchenwelt eine schockierende Verbindung gibt, wird schon in der ersten Folge recht eindrucksvoll deutlich gemacht. Der Pilot beginnt völlig harmlos: Wir sehen eine junge Frau, Emma (gespielt von Jennifer Morrison, die als Cameron bei Doctor House der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde), die an ihrem Geburtstag ein Date hat, das nicht hält, was es auf den ersten Blick zu sein verspricht. Emma endet alleine in ihrer Wohnung und just in dem Moment, in dem sie die einsame Kerze auf ihrem Geburtstagstörtchen auspustet, klingelt es an ihrer Haustür… Als Emma öffnet, sieht sie sich einem kleinen Jungen mit Märchenbuch unter dem Arm gegenüber: Henry. Henry, der behauptet ihr Sohn zu sein. Emma hat tatsächlich mit 18, vor zehn Jahren, ein Kind zur Adoption freigegeben und beschließt, Henry zu seiner Adoptivfamilie zurück zu bringen – woraufhin sie in Storybrooke landet. Und in Storybrooke erzählt Henry ihr etwas, das sie nicht mehr loslassen soll: Dass die ganze Stadt von Märchenfiguren bevölkert ist, die sich nicht mehr daran erinnern, Märchenfiguren zu sein, da sie durch einen Fluch ewiglich in einer Zeitschleife feststecken. Was Emma mit Schneewittchen zu tun hat und wer die böse Königin ist – all das empfehle ich dringend selbst herauszufinden!

Mir persönlich gefällt besonders, wie Märchen und ‘Wirklichkeit’ in einander übergehen, dass man als Zuschauer gefordert wird – man bekommt die Geschichte nicht chronologisch erzählt, sondern muss sie selbst schlüssig zusammensetzen, Zusammenhänge erkennen, herausfinden, wer wer im Märchen und in der Gegenwart ist. Spätestens seit „Lost“ liebe ich es, von einer Serie gefordert und in Anspruch genommen zu werden. Mag „Once Upon A Time“ auch nicht so komplex sein wie „Lost“, vermag es den Zuschauer dennoch zu fesseln und gelegentlich schockiert nach Lust ringen lassen – und das alleine schon im Piloten! Die Märchen-Szenen muten zudem sehr an die liebgewonnene Erzähltechnik der Flashbacks an – wir bekommen durch sie Hintergrundwissen zur Charakteren in der Gegenwart. Sehr spannendes Hintergrundwissen fand ich auch in diesem Artikel: ‘Das Duo (Kitsis und Horowitz) gab zu Protokoll, dass sie bereits während ihrer Arbeit an der JJ Abrams-Serie „Felicity“, den ersten Funken einer Idee zum Stoff hatten, jedoch erst nach ihrer Engagement bei „Lost“, wo sie als Executive Producer angestellt waren, ein wirklich klares Bild davon entwickelten. Dabei sei ihnen der Showrunner Damon Lindelof, der auch beim Serienpiloten involviert war, behilflich gewesen.’ Außerdem wurde angekündigt, dass aufmerksame Zuschauer hin und wieder Anspielungen auf „Lost“ in „Once Upon A Time“ entdecken mögen – ziemlich eindeutig ist jedenfalls die Ankündigung, dass Emilie de Ravin (Claire aus „Lost“) gerade für die Rolle der Belle aus „Die Schöne und das Biest“ gecastet wurde.

Grund zur Freude gibt es auch bereits: ABC hat, nach bloß zwei ausgestrahlten Folgen, eine volle Staffel seines neuen Quotenhits bestellt, das heißt, wir werden noch eine ganze Weile Freude daran haben können, in eine Märchenwelt einzutauchen, die ganz anders ist, als wir sie aus unserer Kindheit kennen – tiefgründiger, komplexer, verworrener. Echter.

Ich empfehle „Once Upon A Time“ allen, die gerne in Fantasiewelten eintauchen, die Lust haben, mal wieder die Märchenbücher aus dem Regal zu kramen, die mit auf eine Reise gehen wollen, deren Ausgang ungewiss ist. „Once Upon A Time“ ist definitiv die Serie meines Herbstes.

Hardest Of Hearts.



There is love in your body but you can’t hold it in
It pours from your eyes and spills from your skin
Tenderest touch leaves the darkest of marks
And the kindest of kisses break the hardest of hearts

The hardest of hearts
The hardest of hearts
The hardest of hearts

There is love in your body but you can’t get it out
It gets stuck in your head, won’t come out of your mouth
Sticks to your tongue and shows on your face
That the sweetest of words have the bitterest taste

Darling heart, I loved you from the start
But you’ll never know what a fool I’ve been
Darling heart, I loved you from the start
But that’s no excuse for the state I’m in

The hardest of hearts
The hardest of hearts
The hardest of hearts

There is love in our bodies and it holds us together
But pulls us apart when we’re holding each other
We all want something to hold in the night
We don’t care if it hurts or we’re holding too tight

There is love in your body but you can’t get it out
It gets stuck in your head, won’t come out of your mouth
Sticks to your tongue and it shows on your face
That the sweetest of words have the bitterest taste

Darling heart, I loved you from the start
But you’ll never know what a fool I’ve been
Darling heart, I loved you from the start
But that’s no excuse for the state I’m in

The hardest of hearts
The hardest of hearts
The hardest of hearts

My heart swells like a water at work [?]
Can’t stop myself before it’s too late
Hold on to your heart
‘Cause I’m coming to take it
Hold on to your heart
‘Cause I’m coming to break it

Hold on hold on hold on hold on hold on
Hold on hold on hold on hold on hold on
The hardest of hearts (hold on, hold on)
The hardest of hearts (hold on, hold on)
The hardest of hearts (hold on)

(Nein, ich hätte auch nicht gedacht, dass ich je mal über Musik bloggen würde.
Aber ich habe nun eine Festplatte voller Musik und einen iPod. Und überhaupt.)